Arbeiten in Margaret River
Nachdem wir am Mittwoch bei VinePower (private Arbeitsagentur) unsere Kontaktdaten hinterlassen hatten, bekamen wir bereits am Donnerstag einen Anruf, dass man Arbeit fuer uns haette und wir nach Erledidung von etwas Buerokratie bereits am naechsten Tag anfangen koennten.Zuvor machten wir uns aber noch auf die Suche nach einer Unterkunft und fanden schliesslich im Margaret River Tourist Park einen Bungalow – nagelneu, nur halb so teuer wie ein Doppelzimmer im Hostel und mit eigener Kueche und Fernseher ausgestattet.
Am naechsten Morgen ging es dann also gegen 6.30 Uhr auf zur Weinabfuellung, wo wir fuer die Fruehschicht von 7-15 Uhr eingeteilt waren. Den ganzen Tag langweilige Fliessbandarbeit – aber immerhin leicht verdientes Geld. Am Samstag dann das selbe Spiel – diesmal jedoch von 15-23 Uhr.
Fuer Montag war dann Weinberg-Arbeit fuer uns vorgesehen, wofuer wir uns vorsichtshalber noch mit regenfester Arbeitskleidung ausgestattet haben.
Das erste, was uns unser Supervisor (dt. Vorarbeiter) dann beigebracht hat war, dass wir bloss nicht zu schnell arbeiten sollen. Diese Arbeitseinstellung hat uns dann noch die naechsten Tage begleitet. Waehrend wir am Montag noch mit dem Versetzen von Rankdraehten beschaeftigt waren, wechselte am Dienstag mit einem anderen Weinberg auch unser Arbeitsbereich. Von nun an hiess es Pflanzen pflanzen!
Um die Sache nicht zu einfach zu machen, waren die Pflanzloecher nicht vorbereitet, sondern mussten noch markiert und gegraben werden – 22 Reihen à 300m (macht zusammen 6,6 km). Mit uns im Team waren Jean (Franzose), Julian (Australier) und Nolan (keine Ahnung ob der Name richtig geschrieben ist – er war Australier und unser Supervisor). Ab und an liess sich dann noch Anita, unserer Vermutung nach die Managerin des Weinbergs, in Begleitung ihres verrueckten Hundes Tyson blicken. Ueberhaupt gehoert ein Hund hier zur Grundausstattung und wird meist auf der Ladeflaeche des Pickups transportiert, oder darf mit viel Glueck auf dem Beifahrersitz Platz nehmen.
Nach einer Woche waren alle Loecher gegraben und alle vorhanden Pflanzen gesetzt. Dass diese nur bis zur Haelfte gereicht haben, koennte den Managementfaehigkeiten von Anita zuzuschreiben sein. Den Rest der Woche haben wir dann mit Verteilen von Insektiziden an den neuen Pflanzen und dem Ersetzen von abgestorbenen Weinpflanzen verbracht. Fuer diese Arbeiten bekamen wir Sue als Vorarbeiterin. Sue ist 55 Jahre alt, hat lange keinen Zahnarzt gesehen und ist ein bischen arbeitsscheu – aber super nett. Mit ihrem Hund Andrew, der eigentlich eine Huendin war und in Deutschland vom Aeusseren als Kampfhund durchgehen wuerde, kam sie taeglich mindestens 15 min zu spaet. Dann fuhren wir den ganzen Tag mit einem Kawasaki Mule (sowas wie ein Golfbuggy) den Weinberg auf und ab – auf der Suche nach abgestorbenen Weinpflanzen, die wir durch neue ersetzten.
Sue war ganz bestuerzt, als wir ihr am Freitag sagten, dass es unser letzter Arbeitstag war und reagierte mit den Worten: „But you were my best workers!“ – was bei ihrer Arbeitseinstellung aber auch nicht all zu schwer sein duerfte.
Uns hat die Arbeit im Weinberg am Ende viel besser gefallen, als das langweilige Bottling in der Abfuellanlage und wir haetten sicher noch zwei Wochen drangehangen, wenn wir genug Zeit gehabt haetten – aber wir muessen uns ja ranhalten, da im November im Norden die Regenzeit beginnt.



