Von Auckland in den Norden

17.05. - 23.05.2007
Nach einem ruhigen 2,5-stuendigen Flug sind wir sicher in Auckland gelandet. Schon beim Landeanflug konnten wir schoene Aussichten auf das Land geniessen, welches wir in den naechsten sieben Wochen bereisen wollen. Gruene Inseln und Halbinseln gespickt mit winzigen Punkten, die sich bei naeherer Betrachtung als Schafe und Kuehe entpuppten. Nachdem wir unser Gepaeck aufgesammelt und uns eine freundliche Zollbeamtin einen Stempel in den Pass gedrueckt hatte, sind wir aus dem Flughafengebaeude heraus und haben nach einer Moeglichkeit, uns in die Stadt zu bringen, Ausschau gehalten. Unsere Wahl fiel dann auf den Shuttle-Bus, der uns direkt vor der Tuer unseres vorgebuchten Hostels absetzte. Am naechsten Tag klapperten wir einige Autovermietungen ab und entschieden uns fuer einen kleinen Daihatsu-Flitzer von EZY-Rentals, welcher grad gross genug ist, um unsere Rucksaecke und sonstigen Kram unterzubringen. Danach haben wir uns etwas die Stadt angeschaut und sind zu dem Schluss gelangt, dass Auckland nicht mehr oder weniger zu bieten hat, als jede andere Grossstadt auch (OK nicht jede Grossstadt hat einen Hafen :-))
Das Auto konnten wir gleich am naechsten Tag abholen und nachdem wir alles verstaut hatten, sind wir zum naechsten Supermarkt und haben uns erst einmal Vorraete angelegt. Wir wollten auf keinen Fall noch eine Nacht laenger in Auckland bleiben und so haben wir uns gleich auf den Highway gen Norden begeben. In Ruawai haben wir fuer die Nacht gestoppt und uns im Hostel eingemietet, dass wir ganz fuer uns allein hatten. Am naechsten Morgen ging es nach Matakohe, wo wir uns das Kauri-Musuem angeschaut haben. In diesem Museum dreht sich alles um den Kauri-Baum, dessen Waelder einst die ganze noerdliche Region der Nordinsel Neuseelands dominiert haben und vor der Ankunft der Maori sogar weite Teile der gesamten Nordinsel. Mitte des 19. Jh. wurde mit dem Faellen der Baeume durch europaeische Siedler begonnen, dessen Holz fuer Dachschindeln, Haus- und Moebelbau und vieles mehr verwendet wurde. Das Museum gibt einen guten Einblick in das Leben dieser ersten europaeischen Siedler in Neuseeland und deren Arbeit als Holzfaeller. Die vielen funktionstuechtigen uralten Maschinen aus Saegewerken und auch Bulldozer sowie die ausgestellten Moebelstuecke (aus Kauriholz natuerlich) mit reichen Verzierungen und Schnitzereien erwecken die alte Zeit zu neuem Leben. Da regenerative Forstwirtschaft damals noch ein Fremdwort war, gibt es heute nur noch wenige Exemplare der richtig grossen und dicken Baumriesen, die in den noerdlich von Matakohe gelegen Waeldern zu finden sind. Diese uebrig gebliebenen und verschonten Baumriesen wollten wir uns natuerlich anschauen. Im Trounson und Waipoua Kauri Park wurden wir fuendig und konnten einige der ueber 2000 Jahre alten Giganten mit einem Stamm von mehr als 5 Meter Durschmesser und 16 Meter Umfang bestaunen.        
Das Wetter war uns mit viel Sonnenschein bisher gnaedig und noch nicht so kalt wie erwartet. Also haben wir uns auf den Weg zum (fast) noerdlichsten Punkt Neuseelands, dem Cape Reinga, gemacht. Die letzten 21 km zum Cape sind Schotterpiste aber das waren wir ja noch von Australien gewohnt. Kurz vor dem Cape haben wir noch grosse Sandduenen bewundert, die hier die Landschaft neben spaerlich begruenten Huegeln und Farmland dominieren. Der weite Weg hinauf hat sich auf alle Faelle gelohnt, denn neben dem niedlichen Leuchtturm kann man hier auch das Zusammentreffen des Tasmanischen Meeres (zwischen Australien und Neusseland) mit dem Pazifischen Ozean bestaunen. Bei stuermischem Wetter koennen hier Wellen von bis zu 10 Metern Hoehe entstehen. Obwohl wir schoenes Wetter hatten, konnte man das Wellenspiel deutlich verfolgen und die unglaublich starke Stroemung mit blossem Auge sehen und man denkt sich eigentlich nur, dass man hier wohl lieber nicht schwimmen geht... Auf dem Weg zurueck vom Cape Reinga in Richtung Auckland haben wir an diesem Tag auf einer Viehfarm nahe Pukenui uebernachtet, wo wir wieder einmal die einzigen Gaeste waren.
Von Pukenui ging es nach einem Stop am Ninety Mile Beach suedwaerts ueber die Whangaroa und Matauri Bucht mit ihren schoenen goldenen Sandstraenden nach Kerikeri. Hier findet man das aelteste Steinhaus Neuseelands sowie das aelteste Haus Neuseelands an sich. Nach unserem Stop in Kerikeri ging es zur Bay of Islands und dessen Hauptort Paihia, von wo aus alle Bootsrundfahrten in die Bucht mit seinen unzaehligen Inselchen starten. Unweit von Paihia ist auch ein historisch markanter Ort - Waitangi, wo 1840 die Traety of Waitangi, eine Art Abkommen zwischen Vertretern der englischen Krone und der meisten Maori-Stammesanfuehrer, unterzeichnet und ein friedliches Miteinander besiegelt wurde. Hier findet man das historische Treaty House und eine imposante Maori-Versammlungshalle mit kunstfertigen Holzschnitzereien. Auch ein 35m langes Maori-Kriegskanu ist hier zu bestaunen, das jedoch nur noch fuer zeremonielle Anlaesse zu Wasser gelassen wird.
Am naechsten Tag hatte ich Geburtstag und dass ich meinen 25. mal in Neuseeland verbringen wuerde, haette ich mir nie traeumen lassen. Der Tag war leider etwas verregnet und so haben wir kuzerhand entschlossen, dem Regen zu entfliehen und uns auf den Weg zur Coromandel Halbinsel zu begeben. Nachdem wir die Wasserfaelle von Whangarei besichtigt hatten, haben wir uns eine leckere Geburtstagseistuete schmecken lassen. An Auckland sind wir vorbei gefahren und hatten nach weiteren 2 Stunden Fahrt den suedlichen Punkt der Coromandel Halbinsel erreicht. Hier haben wir uns in einem netten Hostel in Thames eingemietet. Mit einem Glas Wein und leckerem selbstgekochten Abendessen haben wir den Rest meines Geburtstages genossen.